Götter, Glocken, Gläubige

Eine Schauspielerin, eine Maske, 32 Rollen

Spiel, Texte, Maskenbau: Christiane Hess
Regie: Hendrik Mannes
Kostümbild: Sabine Mech
Premiere: 2003, 80 Minuten + Pause

Es ist so einiges los in der norddeutschen Tiefebene: Ratlose germanische Götter, liebestolle Glocken, lebensfrohe Baumeister, trauernde Zwerge, ein genervter Riese und zahlreiche weitere Gestalten tummeln sich rund um Hannover.
Schauspielerin Christiane Hess spielt sie in einer „schauspielerischen Glanzleistung“ (DEWEZET) gleich alle: Insgesamt über 30 verschiedene Rollen. Ohne Requisiten oder aufwändiges Bühnenbild verwandelt sich „die Frau der 1000 Gesichter“ (Nordbayerische Nachrichten) dabei blitzschnell, mit unglaublicher Mimik und pantomimischer Präzision in die verschiedensten Charaktere und zaubert Stimmungen zwischen Tiefgang, überschäumendem Humor und liebevoll-ironischen Betrachtungen in den Saal. Die Zuschauer werden entführt in die faszinierende, teils aberwitzige Sagenwelt rund um das Steinhuder Meer. Wer hätte schon gedacht, auf was für einem Gewässer die Touristen am Steinhuder Meer wirklich segeln...???

Das Programm besteht aus drei in sich geschlossenen Geschichten, die auch einzeln als Kurzauftritt gebucht werden können: können:

Von der Mandelsloher Glocke, die davonflog ...
Die Germanischen Götter sind sauer: Immer mehr Menschen bekennen sich zum Christentum und der heidnische Glaube gerät langsam in Vergessenheit. Der einäugige Odin, Thor, Loki und die anderen beschließen, etwas zu unternehmen und lassen die Mandelsloher Kirchglocke davonfliegen. Die so befreite Glocke macht sich auf den Weg über Brase und Dinstof, um ihre alte Liebe - die Glocke Maria - im Niedernstöckener Kirchturm zu überreden, mit ihr durchzubrennen. Auch lautes Rufen der Dinstorfer Bevölkerung hält die Glocke nicht von ihrem Kurs ab.. (25 Minuten / Erwachsene, Jugendliche, Kinder ab 6 Jahre)

Die Legende vom eingemauerten Kind Schloss Landestrost
Die Zeit um 1572 ist in Neustadt geprägt von der Herrschaft Herzog Erichs II., der in dem damals eher kleinen Städtchen während seiner Amtszeit sage und schreibe 41 Frauen als Hexen verbrennen ließ. Als Erich erkankt, die alte Burg abbrennt und er zudem pleite ist, bezichtigt er kurzerhand seine Frau Sidonie von Sachsen der Hexerei, um an ihr Geld zu kommen. Nach Sidonies Flucht erhält der holländische Baumeister Pietsche den Auftrag, dem frustrierten Erich ein neues Schloss zu bauen. Doch ein Teil der neuen Stadtmauer stürzt auf dem sumpfigen Untergrund der Leinemasch immer wieder ein. Man beginnt schon zu verzweifeln, da gibt ein altes Mütterchen einen verhängnisvollen Ratschlag, wie man die bösen Geister gnädig zu stimmen vermag. (25 Minuten / Erwachsene, Jugendliche, Kinder ab 9 Jahre)

Die Entstehungssage vom Steinhuder Meer
Das Steinhuder Meer - größter Binnensee Norddeutschlands mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von gerade einmal 1,35 m - hat sich nach der letzten Eiszeit aus einer Bodensenke entwickelt? Mag durchaus sein. Aber wie genau diese Senke entstanden ist, wissen die wenigsten. So viel sei verraten: Ein gelangweilter Riese und eine Schar fortpflanzungswilliger Zwerge sind die Verursacher für eines der schönsten Naherholungsgebiete im norddeutschen Raum.
Diese typische universelle Entstehungssage ist so rührend-absurd, man muss sie sich einfach ansehen. Wer von den Steinhuder-Meer-Touristen ahnt schon, in welch sehr speziellem 'Wasser' er da badet? (25 Minuten, ab 6 Jahre, Jugendliche und Erwachsene)

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